80s Blog

MTV Video Music Awards 1984

Mehr 80er kann es nicht werden: Von Dan Akroyd angekündigt, Duran Duran vergeben den MTV Video Music Award an Cindy Lauper für "Girls Just Want To Have Fun". Wow.

Und Cindy Laupers Dankesrede war gar nicht so unlustig wie die verkrampften Dankesreden heutzutage bei solchen Awards.

Pomplamoose: Michael Jackson – Beat It

Das ist ein Video der 2008 gegründeten Zwei-Leute-Band Pomplamoose, die hauptsächlich über das Internet ihre Musik verkauft. Ich komme gleich darauf zurück.

Falls Sie in den 80ern groß wurden: Erinnern Sie sich noch an die Musik, die Ihre Eltern gut fand? Beatles? Elvis? Die Monkees?

Wollten Sie was damit zu tun haben? Ich nicht. Ich hasste diesen ganzen angepassten Schnulz-Rock-and-Roll a la "Love me Tender" und diesen ganzen Shit. Heute, als Erwachsene sehen wir das vielleicht ein bisschen anders und wissen zu schätzen, was diese Musiker für die Musikwelt bedeutet haben, auch wenn wir ihre Songs immer noch nicht auf unserer Festplatte haben (was wir sollten).

Die Musik der 80er verhält sich da ja anders, wie es scheint, bezogen auf die heutige Jugend-Generation. Die Songs der 80er sind bekannt und beliebt bei Menschen unter 20, also die Generation, die nach uns folgt. Die stecken ihre Birne nicht gleich in den Brecheimer, wenn wir Ollen mal ein paar 80er-Hits auflegen, im Gegensatz zu uns, als wir in der Pubertät waren und die Lalla unserer Eltern hassten.

Haben Sie sich das Pomplamoose-Video angeguckt? Zwei unfassbar talentierte, junge Musiker schmettern Beat It von Michael Jackson aus vollstem Herzen, 25 Jahre nach der Original-Version. Die Beiden waren womöglich noch gar nicht auf der Welt, als die Platte rauskam.

Man kann von Michael Jackson halten, was man will. Armer, ausgenutzer, schwarzer Junge lebt in einer Traumwelt namens Neverland Ranch, lässt sich  zu einem weißen Kinderschreck umoperieren und stellt den Rekord in "Karriere in den Abgrund rammen" auf. Aber aus der Sicht eines Pop-Musik-Komponisten betrachtet waren viele seiner Songs dem Rest seiner Zeit nun mal weit überlegen.

So auch Beat It. Und Pomplamoose sind sich dessen bewusst und zollen dem Tribut. Hut ab, Pomplamoose!

Eddie Murphy – Party All The Time – Teil 3 von 3

Hier ein weit größerer weltweiter Hit als Party all the Time: Axel F. von Harold Faltermeier. Aber weiter gehts mit Eddies Gesangs-Karriere.

Party all the Time wurde nicht nur als Party-Hit von den Käufern aufgefasst - er wurde auch, wie es deutlich im Video zu sehen ist, auch als solcher produziert. Let's all have a fun party! Aber das hat Eddie mit seinem Text überhaupt nicht gemeint.

In Wirklichkeit jammert uns Eddie die Ohren voll von seinem Girl, das "Party" macht, und zwar "all the time". Hier mal der Songtext:

Girl
I can't understand it why you want to hurt me
After all the things I've done for you.
I buy you champagne and roses and diamonds on your finger -
Diamonds on your finger -
Still you hang out all night
what am I to do?

My girl wants to party all the time

Party all the time
party all the time.
My girl wants to party all the time
party all the time.

She parties all the time - party all the time

She likes to party all the time - party all the time

party all the time - she likes to party all the time

party all the time.

Girl
I've seen you in clubs just hanging out and dancing.
You give your number to every man you see.
You never come home at night because you're out romancing.
I wish you bring some of your love home to me.

But my girl wants to party all the time
. . .
My girl wants to party all the time
. . .

Party
party
party she likes to party all the time.
She likes to party all the time -
She lets her hair down
she lets her body down:
She lets her body
she lets her body down.
Party all the time - do you wanna get any party
yeah.
Party all the time - party all the time.

Quelle: http://www.metrolyrics.com/party-all-the-time-lyrics-eddie-murphy.html

Armer Eddie. Er singt von seiner "Freundin", die ihn ständig ausnutzt und betrügt. Wir weinen gleich. Armer, armer größenwahnsinniger Hollywood-Star.

Das Großartige an dem Film Bowfingers große Nummer ist, neben Steve Martin, dass Eddie Murphy seinen eigenen Größenwahn parodiert. Was diese ganze peinliche Musiknummer irgendwie schon ein bisschen entschuldigt.

Eddies letzte aktuelle Filme waren nicht so der Bringer. Pluto Nash (2002) ist einer größten Pleiten der Filmgeschichte überhaupt, weswegen wir diesen grauseligen Quark auch alle 3 Monate im TV sehen. Weil die Austrahlungsrechte von solchen Filmpleiten für die Sender halt total billig sind, sie aber ihren Werbekunden einen "Eddie-Murphy-Film" in Rechnung stellen können.

Trotz allem, ich mag Eddie. Er ist ein großartiges Unterhaltungstalent, er hat nur in letzter Zeit ein bisschen Pech mit seinen Rollen. Ich fand es immer super, wie er in Beverly Hills Cop und Nur 48 Stunden sich nix hat gefallen lassen von den Weißbroten.

Hollywood, mach nen Film mit Will Smith UND Eddie Murphy - egal, wie doof der ist, ich werd ihn mir angucken.

Eddie Murphy – Party All The Time – Teil 2 von 3

Es geht schon los mit dem Intro - mehr 80er KANN ein Song nicht klingen. Beachten Sie bitte: Der GESAMTE Song besteht aus elektronischen Instrumenten. Darauf kommen wir gleich noch zurück. Es sei noch erwähnt, dass der Song ein Hit war: Platz 2 der US-Charts 1985.

Der unheimliche Irre mit der blonden Lockenperücke ist übrigens der Komponist des Songs namens Rick James, der mit Superfreak weltberühmt wurde und eines der erklärten Vorbilder vieler afro-amerikanischer Musiker war, wie z.B. Prince.

So, jetzt fängt Eddie Murphy an zu singen. An dieser Stelle sei erwähnt: Murphy kann singen. Er hat die perfekte Stimme - für einen Background-Sänger. Weil seine Stimme keine Charakteristika hat. Solche Stimmen setzt man im Hintergrund-Chor oder in der Werbung ein.

Auschlaggebend für den Erfolg eines Sängers der 80er Jahre war allerdings, dass seine Stimme völlig wiedererkennbar war. Im Gegensatz zu heute. Schuld daran war das damals wichtigste Verbreitungsmedium für Songs, nämlich das Radio. An der Stimme des Sängers erkannte der potenzielle Plattenkäufer "Ah, das ist die Stimme von Sting", dann musste er in den Platten-Laden gehen und nach dem neuesten Song von Sting fragen. Oder von The Police halt, wo Sting mal Sänger war.

Zurück zu Eddie und seinem Video. Ist das nicht peinlich? Eddie singt mit seiner 08/15-Stimme einen Billig-Synthie-Song ein, und alle Leute im Studio jubeln, lachen und sind völlig aus dem Häusschen aufgrund Eddies durchschnittlicher Gesangsleistung.

Aus Musiker-Sicht ebenfalls großartig sind die Musiker, die zusammen mit Eddie den Song scheinbar "live" einspielen. Ich zähle einen Keyboarder, einen Gitarristen, einen Schlagzeuger, noch einen Gitarristen (ein weißer Hair-Metal-Typ) und ich glaube, noch einen Keyboarder zu sehen. Und ein Flügel steht im Hintergrund, den keiner benutzt.

Dann kommt der Moment, wo der Uber-Künstler Rick James, der bisher nur Hände-Klatsch-Orgasmen im Mischpult-Raum hatte, vor lauter Ekstase in den Aufnahmeraum stürmt und sich die E-Gitarre umhängt, um - nix darauf zu spielen, jedenfalls nix, was man im Song hört.

Stattdessen übernimmt er den Hauptgesangs-Part, als wollte er sagen "Ich hab die Schnauze voll von Eddies Papierstimmchen, ich übernehm das jetzt selber!". Obwohl er selbst, seien wir ehrlich, rein stimmlich auch kein James Brown ist.

So, in diesem Aufnahmeraum befinden sich inzwischen also ein Schlagzeuger und DREI Typen mit Gitarren, davon theoretisch eine Bassgitarre. Ich wiederhole: Das gesamte Stück ist synthetisch, da kommen (abgesehen vom Gesang) NUR Synthesizer und Drumcomputer drin vor. Nicht ein Pieps von Gitarren oder anderen "echten" Instrumenten.

Ungelogen: In fast jedem Depeche-Mode-Song kommen mehr "echte" Instrumente vor als in Eddie Murphys Party All The Time. Warum zählt der Song also nicht zur Kategorie "Synthie-Pop"? Antwort: Die amerikanische Musik-Industrie hat diesen Unterschied nie gemacht. Die ganze Welt hat diesen Unterschied nie gemacht - den Begriff "Synthie-Pop" haben nur deutsche Musikkritiker verwendet.

Jetzt kommen wir mal kurz zum Inhalt des Songs. Sie wissen ja, darum geht es im 80s Club: Inhalte. Und die sind in den Produkten der 80er ohnehin schwer genug zu finden.

Also, worüber singt der Eddie?

Eddie Murphy – Party All The Time – Teil 1 von 3

Edward "Eddie" Regan Murphy war der Will Smith der 80er. Er war cool, er war witzig und vor allem war er der einzige Afro-Amerikaner in den 80ern, bei dem sich die Hollywood-Filmstudios trauten, ihn als Schwarzen mit einer Hauptrolle in einem internationalen Blockbuster zu besetzen. Genau wie heute Will Smith. An der Politik Hollywoods hinsichtlich…
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1984: Van Halen – Jump

Eine Hair-Metal-Combo, dessen einziger Hit paradoxerweise eigentlich nur aus Synthie-Sounds bestand, und zwar den ganz typischen. Tscha, Leude, da sieht man es mal wieder: Die 80er bestanden halt nicht nur aus Depeche Mode! Und wo wir schon bei Hair-Metal sind: Lieber Admin, kann ich mal mein Buch zurückhaben? Ich meine Haarweg zur Hölle.

80s-Song-Tutorial #3: Die Drums – Teil 4: NoGos

Wir fassen zusammen: - keine anderen Sounds außer die Linn-Drum-artigen und die TR-808-artigen - keine schnelleren Noten als 16tel - keine Sound-Variationen, weder im Klang noch in der Lautstärke (keine "Anschlagdynamik") - keine ausgefeilten Schlagzeugwirbel - keine große Abwechslung bei den Rhythmus-Mustern - keine Nachahmung von "echter" Spielweise von Schlagzeug/Percussion - keine Ride-Cymbals, kein Accent
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80s-Song-Tutorial #3: Die Drums – Teil 3: Die Effekte

In den 80ern wurde natürlich viel experimentiert mit den neuen Geräten, daher gibt es natürlich auch Ausnahmen von den hier genannten Regeln, die da lauten: Bassdrum, Hihats, Crash-Becken: trocken! Trocken wie ein Wäschetrockner in einem anderen Wäschetrockner. Wer die Experimentierfreude der 80er nachahmen will, darf auch gerne einen Hall auf die Bassdrum packen, damit es…
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